Neuseeland: 2. Teil

Nach einem letzten Frühstück mit Pfannkuchen stehen wir wieder am Ortsausgang und strecken den Daumen raus. Es dauert etwas, bis ein älteres Ehepaar anhält und uns ein gutes Stück mitnimmt – inklusive perfektem Stopp bei einem Pie-Laden. Mit zwei weiteren Mitfahrgelegenheiten erreichen wir schließlich den Start unserer nächsten Wanderetappe.

Der Weg führt erst über Feldwege, dann steil durch Wald. Einen Zeltplatz finden wir gerade noch rechtzeitig im letzten Licht am Fluss. In den nächsten Tagen geht es durch breite Täler, über einfache 4WD-Tracks und immer wieder durch nasses Gras.

Als wir wieder auf den Te Araroa treffen, wird es deutlich voller. An manchen Tagen kommen uns zwanzig bis dreißig Wanderer entgegen. Die Hütten sind randvoll und wir suchen uns unsere Zeltplätze lieber abseits.

Einige Abschnitte führen über windige Grate und Geröllfelder mit weiten Ausblicken, andere durch dichte Wälder und entlang klarer Flüsse mit schönen Badegumpen. Als wir dann doch wieder abseits des TA laufen, können wir schlechtes Wetter in einer einsamen Hütte aussitzen, ein Feuer machen und verbringen den Vormittag mit Nähen, Lesen und Kaffee trinken.

Schließlich erreichen wir wieder eine Straße und trampen nach Hanmer Springs. In der Bäckerei bestellen wir erstmal alles: Pie, Burger, Pommes, Kaffee, Scones. Danach folgen Dusche, Wäsche und ein gemütlicher Abend auf dem Campingplatz.

Lange bleiben wir nicht. Schon am nächsten Tag laufen wir wieder los – zunächst über Waldwege und Gravel Roads durch offene Landschaft mit Kühen und alten Farmgebäuden. Zeltplätze sind manchmal schwer zu finden, dafür gibt es klare Sternenhimmel.

Mehrfach zwingt uns das Wetter zu spontanen Entscheidungen. Einmal drehen wir wegen angesagtem Sturm um und nehmen eine niedrigere Route über einen Mountainbikeweg. In einer Hütte verbringen wir einen stürmischen Abend am Feuer, während draußen Wind und Regen gegen die Wände peitschen.

Die Landschaft wechselt ständig: offene Täler, canyonartige Flussabschnitte, Wälder und immer wieder kleine Hütten für Pausen.

Einige der schönsten Tage folgen später auf langen Gratwanderungen. Über schmale Kämme geht es durch raue Berglandschaft mit Blick bis zum Meer. Ein Highlight ist der Abschnitt um Mount Rintoul mit fast mondartiger Landschaft aus Felsen und Schutt.

Danach führen lange Abstiege wieder hinunter in wärmere Täler mit Farnwäldern und klaren Flüssen – perfekte Plätze für kurze Badepausen, bevor die Sandflies auftauchen.

Die letzten Tage auf der Südinsel laufen wir durch Küstenwälder und Buchten des Sounds. In Nydia Bay bauen wir das Zelt direkt am Wasser auf und genießen den letzten Abend mit Blick über den Sound.

Per Anhalter erreichen wir schließlich Picton, essen viel zu viele Fish & Chips und nehmen am nächsten Tag die Fähre nach Wellington. Auf der Überfahrt sehen wir sogar Orcas oder Delfine springen. Ansonsten sind wir aber froh, als wir wieder Boden unter den Füßen haben. Das Wetter ist windig, das Meer wellig und unsere Mägen angeschlagen.

Ein paar letzte Wandertage führen uns noch durch Vulkanlandschaften rund um Tongariro, vorbei an Lavafeldern, Kratern und heißen Quellen. Danach geht es per Anhalter und Bus über Taupō und Rotorua langsam Richtung Norden.
In Auckland endet schließlich Neuseeland für uns.

Jetzt geht es weiter in einer für uns ganz neuen Kultur. Seit heute sind wir in Südkorea und wollen dort den Seoul Trail rund um die Stadt laufen. Danach geht es weiter nach Japan auf den Michinoku Coastal Trail.

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