Eigentlich sind wir nach Neuseeland gekommen, um zu wandern. Wirklich zu wandern – mit Rucksack, Zelt, viel Zeit und der Idee, möglichst unabhängig von festen Routen unterwegs zu sein.
Der grobe Plan: von Süden nach Norden, abseits des bekannten Fernwanderwegs Te Araroa.
Schnell wurde klar, dass Neuseeland eigene Vorstellungen davon hat, was ein „Weg“ ist.
Die Landschaft ist großartig: dichter Urwald, Farne, klare Seen, weite Täler und schneebedeckte Berge. Gleichzeitig sind die Wege extrem unterschiedlich. Entweder perfekt ausgebaut – dann meist Teil eines Great Walks oder des Te Araroa und entsprechend voll – oder kaum bis gar nicht vorhanden.
Dazwischen liegen alte Bahntrassen, Traplines (rudimentäre Markierungen von Falle zu Falle, die wegen der invasiven Tierarten aufgestellt wurden), überwucherte Grate, matschige Flusstäler und viel Bush-Whacking. Manche Tage laufen überraschend leicht, andere ziehen sich endlos, obwohl die Karte etwas anderes verspricht.
Abseits der bekannten Routen waren wir oft tagelang allein unterwegs. Dann wieder stehen volle Hütten, geführte Gruppen und überlaufene Trails im starken Kontrast dazu. Gerade dort haben wir gemerkt, wie wichtig uns das eigentliche Unterwegssein ist – lieber weiterlaufen, als stehen bleiben, nur um eine Sehenswürdigkeit abzuhaken oder das perfekte Foto zu machen.
Regen, Schlamm, viele Furten und nasse Füße gehören auch dazu. Nicht jeder Tag fühlt sich leicht an. Aber es gibt diese Momente, die alles aufwiegen: Gratwege mit Weitblick, stille Seen, Sonne nach Regen, Kaffee mit Aussicht und Abende, an denen man erschöpft, aber zufrieden im Zelt sitzt.
Zwischen einzelnen Wanderabschnitten waren wir viel per Anhalter unterwegs.
Das ist in Neuseeland eine bewährte Art der Fortbewegung und wird einem sogar von offiziellen Stellen empfohlen. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es hier so gut wie keine.
Das Trampen brachte uns immer wieder mit offenen und hilfsbereiten Menschen zusammen – eine schöne Erfahrung.
Unser ursprünglicher Plan, strikt von Süd nach Nord zu laufen, hat sich unterwegs angepasst. Wir bewegen uns zwar tendenziell von Süd nach Nord, allerdings nicht nur zu Fuß. Da wir Wanderwege eigentlich strikt am Stück laufen – „connecting footsteps“ – fühlt sich das Trampen für uns immer noch komisch an. Interessanterweise haben die Te Araroa Thruhiker dieses Gefühl aber nicht – bisher haben wir nur 2 Wanderer getroffen, die keines der Teilstücke überspringen. 🙂
Morgen geht es für uns wieder in die Berge auf einen Trail abseits des Te Araroa.















Wie schön von euch zu hören bzw. lesen!
Genießt eure Zeit weiterhin und passt auf euch auf! Ich freue mich schon darauf, wenn ich euch auch mal wieder „in echt“ drücken kann! 🫶🏻😘
Oh, das hört sich ja sehr abenteuerlich an. Sind sehr schöne Bilder von der Landschaft und den Sonnenuntergängen. Weiterhin alles Gute und kommt gesund nach Hause. Wir freuen uns auf euch.
Lg Christel und Manfred
Habt eine schöne Zeit.
Grüße von Christel und Peter
Danke! Haben wir 🙂